Zusammenfassung
Online Roundtable - Online-Talk mit Circular Economy Forum Austria, ÖBB und Löffler über Strategien, Chancen und Herausforderungen
Nachbericht: Online Roundtable: Beschaffung nachhaltig und zirkulär gestalten
Wie gestalten Unternehmen Beschaffung nachhaltig und zirkulär, welche Ansätze ergeben sich daraus und wie können mögliche Hürden erfolgreich überwunden werden?
Im Online Roundtable „Beschaffung nachhaltig und zirkulär gestalten – Strategien, Chancen und Herausforderungen“ des Circular Economy Forum Austria am 25. Februar 2025 diskutierte Valerie-Sophie Schönburg mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und öffentlichem Sektor praxisnahe Strategien und Herausforderungen für eine nachhaltige Beschaffung. Die Veranstaltung bot mit über 100 Teilnehmenden eine Plattform zum Austausch unterschiedlicher Ansätze zur Förderung der Kreislaufwirtschaft.
Gerhard Weiner, Leiter der naBe-Plattform, stellte zunächst die Kreislaufwirtschaftsstrategie und Transformationsschwerpunkte des BMK sowie die unterschiedlichen Dimensionen des Vergabevolumens und deren Impact vor.
Der naBe-Aktionsplan für die öffentliche Verwaltung umfasst 16 Produktgruppen und zahlreiche Aspekte, die auf Kreislaufwirtschaft referenzieren – darunter Einsatz von Recycling-Baustoffen, Produktdesign bei IKT-Geräten, Strom aus erneuerbaren Energien, Mehrwegverpackungen etc. (Folie 33 in der Präsentation)
Die drei Systemebenen kreislaufwirtschaftlicher Beschaffungsmodelle – die Vertragsebene, die Lieferantenebene und die Produktebene – helfen die Relevanz einzelner Produktgruppen einzuordnen und zeigen gute Ansatzpunkte und Maßnahmen für die Umsetzung auf.
Key Takeaways:
• Zirkuläre Ansätze sollten schon früh in der Beschaffungsstrategie, nämlich schon bei der Bedarfsentstehung bedacht werden und historische Bedarfe kritisch hinterfragt werden.
• Kenne deine großen Impactgruppen und deine Lieferketten.
• Wähle Produktgruppen mit hohem Potential aus: Komplexität und Lebensdauer beachten, da diese relevante Messgrößen für Materialkreisläufe darstellen.
Georg Gluttig (Circular Economy Forum Austria) stellte in seinem Vortrag einen Ansatz zu Lieferanten- und Risikomanagement vor. Zirkuläre Lieferketten sind grundsätzlich kürzer und reduzieren globale Abhängigkeiten. Lieferketten müssen resilient gestaltet werden, um wettbewerbsfähig zu sein. Dabei ist es wichtig, schon im Vorfeld klare Ziele und Kennzahlen festzulegen, um die Lieferkette entsprechend steuern zu können und maximalen Nutzen bei minimalem Aufwand in der nachhaltigen Beschaffung zu generieren.
Ines Sturm (ÖBB) betonte, dass die Zusammenarbeit und stabile Beziehungen mit Lieferanten wesentlich sind. Kreislaufwirtschaft muss in Zukunft unternehmensübergreifend und in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen gedacht werden. Um die Zirkularität in Ausschreibungen zu fördern, gibt es eine juristisch geprüfte Sammlung von Ansätzen in der ÖBB-Toolbox – wie zum Beispiel zur Abfallreduktion, Ersatzteilverfügbarkeit, Recyclingfähigkeit eines Produktes, nachhaltiges Produktdesign etc.
Markus Reisegger (LÖFFLER) stellte die Supply Chain Transparency vor. Kreislauffähigkeit von Textilien ist ein herausforderndes Thema – von zentraler Bedeutung ist die Kenntnis der Lieferkette und die Transparenz. Dazu verfolgt Löffler 3 Ansätze: 1. Retraced – ein Tool für die Abbildung von Lieferketten. 2. OEKO-TEX® MADE IN GREEN: Labels, Zertifizierungen und Audits tragen ebenfalls zur Transparenz bei. 3. Ein Verhaltenskodex für Lieferanten mit sozialen Standards und Umweltstandards für die Lieferkette.
In der anschließenden Diskussionsrunde wurde die Bedeutung eines klugen Lieferkettenmanagements, die Unterstützung durch Kooperationspartner und verlässliche Nachweise betont. Klare Kommunikation von Zielen und die Mehrwerte von Maßnahmen können Berührungsängste abbauen. Es braucht ein positives Zukunftsnarrativ, um das Vertrauen in die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zu stärken. Gemeinsamer Konsens bestand auch in der Empfehlung, konkrete Projekte zu starten und kontinuierlich aus den Erfahrungen zu lernen – denn der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft und belastbaren Lieferketten lohnt sich.
Mehr Details und Handlungsempfehlungen finden Sie in den Speakerfolien – hier das pdf zum Download.
Weiterführender Link
Online Roundtable: Beschaffung nachhaltig und zirkulär gestalten
Headerbild: © Pixabay
Beitragsbild: Circular Economy Forum Austria